Erhard Mann

Volkskultur und Kulturinitiativen
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© Stefan Sappert

Singen als Lebenselexier

Wenn Erhard Mann mit seiner fröhlichen und gewinnenden Art zum Singen auffordert, dann stimmen alle mit ein. Man kann gar nicht anders. Dies geschieht in seinem Heimatort Absdorf bei der Chorprobe mit dem „chor mauritius“ ebenso wie bei der Langen Nacht der Chöre, bei der er gemeinsam mit rund 5.000 Sängerinnen und Sängern einen Jodler anstimmt. Nicht zu vergessen die Jahrzehnte in den Schulklassen der Musikmittelschule Tulln und nach seiner Pensionierung in den verschiedensten Schulklassen Niederösterreichs, in denen er Kinder zum Singen motiviert.

Mit den Worten „Singen öffnet die Herzen der Menschen und fördert Körper, Geist und Seele. Es stärkt musikalische Fähigkeiten, Gedächtnis, Konzentration, soziale Kompetenz und emotionale Ausgeglichenheit“ brachte er für die Initiative „Singen mit Aussicht“ seine Überzeugung auf den Punkt. Das Zitat beschreibt zugleich seine Motivation, sich für das Singen einzusetzen.

Seine Ausbildung erhielt der Pädagoge mit dem Geburtsjahr 1957 in der Pädagogischen Akademie Krems, wo er Mathematik und Musikerziehung belegte und danach am Konservatorium für Kirchenmusik Wien studierte. Als langjähriger Landeskoordinator für Musikpädagogik an der Bildungsdirektion für Niederösterreich und Obmann des Fördervereins der Musikmittelschulen Österreich ist er ein großartiger Netzwerker für die Musikpädagogik, mit einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der Pädagoginnen und Pädagogen an den Pflichtschulen. Dabei verlegte er sich als Mitbegründer, Musikerzieher, Chorleiter und Fachkoordinator der Musikmittelschule Tulln nicht darauf, die schwindenden Musikstunden in der Schule und an den Hochschulen zu beklagen, sondern wirkte bei der Schaffung von Fortbildungen mit, steht auch in seiner Pension noch als Referent in den Schulen und an der Pädagogischen Hochschule zur Verfügung. Beim Lehrgang „Kinder- und Jugendchorleiten“ der Volkskultur Niederösterreich ist er nicht nur federführend in der Konzeption, sondern gibt sein Wissen als Referent in der Praxis an die Teilnehmer-innen und Teilnehmer weiter. Als Mitbegründer der „Singenden klingenden Schule“ gelang 2016 eine Initiative, das Singen an den Schulen zu verstärken.

Das Chorsingen ist ihm ein Anliegen. Das ist in jedem Gespräch spürbar. Aktiv bringt er sich, sein umfassendes Wissen und seine langjährige Erfahrung in viele Projekte der Chormusik ein, als künstlerischer Leiter von Familiensingwochen in Niederösterreich seit 2000 und seit 2018 als Vorstandsmitglied der Vokalakademie Niederösterreich. Als Mitglied des „a cappella chor tulln“ und als Chorleiter des „chor mauritius“ kostet er die Vielfalt des Chorsingens aus, vom geistlichen Lied für die Messgestaltung über Konzerte mit vielen populären Titeln bis zu den klassischen Werken der Chorliteratur ist ihm nichts fremd.

Seine Chorleitung ist mitreißend, begeisternd und einfühlsam. Dies zeigt die gelungene Gründung des Absolventinnen- und Absolventenchors „CANTARE“ der Musikmittelschule Tulln anlässlich des 40-jährigen Bestehens dieser Sonderform. 40 Sängerinnen und Sänger umfasst dieser Klangkörper, der unter anderem jetzt auch regelmäßig bei der Langen Nacht der Chöre zu hören ist.

Seine Leidenschaft für das Singen ist spürbar, er motiviert und integriert – ein Vorbild für Sängerinnen und Sänger aller Generationen. Die Auszeichnung mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ist in höchstem Maße verdient!

HARALD FROSCHAUER

Diese Textpassage stammt aus der Kulturpreis-Broschüre von 2026