Josef Dolezal

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Innovative Technik

Laser-Messgeräte in Serienreife

Johannes Riegl wurde 1945 in Wien geboren. Nach der ebendort genossenen Schulbildung und dem Dienst beim Österreichischen Bundesheer studierte Riegl 1965 bis 1969 an der Technischen Hochschule (heute Universität) Wien Nachrichtentechnik. Bereits in einer Diplomarbeit, die der Lösung eines heiklen messtechnischen Problems galt, bewies Riegl seine ausgeprägten Fähigkeiten als Ingenieur, der wissenschaftliche Erkenntnisse rasch und zielbewusst umsetzen und in ein funktionsfähiges Gerät verwandeln kann. Nach der Sponsion zum Diplomingenieur setzte Riegl seine Studien fort und promovierte 1972 zum Doktor der technischen Wissenschaften. Inhalt der Dissertation war ein neuartiges Verfahren der optischen Entfernungsmessung nach dem Radarprinzip. Bis dahin hatte es als unmöglich gegolten, saubere Entfernungsmessungen mit optischen Nanosekunden-Impulsen durchzuführen, da die Impulsflanken von Puls zu Puls stark variierten und das Ergebnis bei herkömmlichen Verfahren verfälschten. Riegl fand elegante Lösungen für ein neuartiges System, die 1978 zur Erteilung der Lehrbefugnis als Universitätsdozent führten. Im selben Jahr wagte Riegl die Gründung eines eigenen Unternehmens, das die wirtschaftliche Umsetzung der vom Firmengründer geschaffenen technisch-wissenschaftlichen Grundlagen der optoelektronischen Distanzmessung in ein industriell herstellbares und verwendbares Produkt zum Ziel hat: Laser-Distanzmessgeräte, die es gestatten, berührungslos, schnell und mit hoher Genauigkeit den Abstand beliebiger Zielobjekte zu vermessen.
Bereits 1978/79 wurde die Produktion einer ersten Serie von Laser-Entfernungsmessgeräten nach dem Prinzip der Impuls-Laufzeitmessung aufgenommen und mit dem Aufbau des Vertriebsnetzes begonnen. Der Durchbruch gelang im Jahr 1982 mit der nächsten Gerätegeneration (der Serie LARA 90), für die auf Anhieb ein weltweit tätiger Vertriebspartner gefunden wurde. Ungeachtet der sonst üblichen Kurzlebigkeit heutiger Elektronikprodukte konnte diese Geräteserie sechs Jahre lang erzeugt werden. Das heutige Produktionsprogramm umfasst unter anderem das neue, Anfang 1989 auf den Markt gebrachte „Laser-Fernglas“ LARA 90-2 für Entfernungs- und Geschwindigkeitsmessungen, die Distanzmessgeräte der Serie DM 90-2 und die Füllstandsmessgeräte der Serie LD 90-2. Diese Geräte machen von modernster Laser-, Glasfaser- und Mikroprozessortechnik Gebrauch und ermöglichen in vielen Fällen die Beherrschung von Messaufgaben, die weder mit Geräten anderer physikalischer Wirkungsweise noch mit Geräten anderer Hersteller zufriedenstellend gelöst werden können. Daneben werden elektromechanische Oppositioniereinrichtungen (Scanner) gefertigt, die – zusammen mit leistungsfähiger Software – die Zusammenstellung komplexer Messsysteme gestatten, z. B. für die Vermessung des Mauerungsabbrandes in Stahl-Konvertertiegeln oder für die automatische Orientierung von Industrierobotern.
Die Dr. Johannes Riegl GmbH umfasst heute 22 Mitarbeiter und exportiert über 85 Prozent ihrer Produkte vor allem in die Länder West- und Nordeuropas sowie in die USA. Die Betriebsstätte liegt im Zentrum der Stadt Horn im Waldviertel. Dozent Dr. Riegl verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, hält mehrere Patente und erhielt für seine Tätigkeit drei anerkannte Preise und Auszeichnungen.

Diese Textpassage stammt aus der Kulturpreis-Broschüre von 1989