Matthias Klos

Medienkunst
Künstlerische Fotografie
Image
© Stefan Sappert

Topografien des Wandels

Matthias Klos‘ fotografische Praxis ist eine konzeptuell-dokumentarische sowie formalästhetische. Seine fotografischen Abzüge erzählen etwa über die topografische Transformation einer nördlichen Weinviertler Region: vom Grenzgebiet der Nachkriegszeit zur aktuellen Transitzone nach dem Fall des Eisernen Vorhangs; oder richten in monumentalen fotografischen Tableaus den Fokus auf ausgestanzte Perlmuttrohlinge, die für die Knopferzeugung fungierten. Sie mutieren zu abstrakt-skulpturalen Objekten in organischer Form.

Eine schillernde Sedimentation von Historie, Arbeit, Natur und Narration. Abstrakter chromatischer Minimalismus zeigt sich in den geometrischen Kompositionen aus Farbkadern und Flächen, wenn der Künstler die Nationalratswahl 2024 als abstrakter Maler analysiert und interpretiert.

Klos‘ Blick auf die Welt ist ein hinterfragender, analytischer; er reflektiert mit seiner Kamera etwa topografische Transformationen in peripheren Räumen, wenn sich der Warenverkehr durch Brücken, Kreisverkehre und Parkplätze in die Landschaft einschreibt.

Die Folgen dieser Veränderungen beschreibt der Künstler als „Eine Erschließung der Ferne, die das Nahe verändert“. Klos’ fotografische Werke genügen sich niemals selbst, sondern sind visuell-narratives Dokument der hinterfragten Realität.

FLORIAN STEININGER

Diese Textpassage stammt aus der Kulturpreis-Broschüre von 2026