Michael Birkmeyer

Sonderpreis
Tanz und Performance
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© Stefan Sappert

Ein Leben für den Tanz

Michael Birkmeyer zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Ballettgeschichte. Geboren 1943 in Wien und einer Tänzerfamilie in sechster Generation entstammend, verband er früh künstlerisches Erbe mit außergewöhnlichem Talent und unermüdlicher Disziplin. Seine Ausbildung erhielt er zunächst im familiären Umfeld und an der Ballettschule der Wiener Staatsoper, ehe ihn Studien bei Victor Gsovsky in Paris entscheidend prägten und früh internationale Perspektiven eröffneten.

Bereits vor seinem 20. Lebensjahr wurde Birkmeyer an die Wiener Staatsoper engagiert. Einen wesentlichen Wendepunkt seiner Karriere markierte die Begegnung mit Rudolf Nurejew. Dieser erkannte sein außergewöhnliches Potenzial und förderte ihn gezielt.

1967 wurde Birkmeyer Solotänzer, 1972 Erster Solotänzer des Wiener Staatsopernballetts. Über viele Jahre hinweg verkörperte er die großen Rollen des klassischen Repertoires – darunter „Schwanensee“, „Giselle“, „Dornröschen“, „Don Quixote“, „Romeo und Julia“, „Raymonda“ und „Der Nussknacker“.

Gleichzeitig gehörte er zu jener Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die den Brückenschlag zwischen klassischem und modernem Tanz vollzogen. In Werken von George Balanchine, Maurice Béjart, John Cranko, Hans van Manen oder Rudi van Dantzig bewies er eine seltene stilistische Vielseitigkeit. Seine Interpretationen zeichneten sich durch technische Präzision, Ausdrucksstärke und künstlerische Eigenständigkeit aus.

Seine Laufbahn führte ihn auf die bedeutenden Bühnen Europas, Asiens, Australiens und Amerikas. Als Gastsolist des Australian Ballet tanzte er an der Seite von Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn. Weitere internationale Engagements, darunter beim American Ballet Theatre, dokumentieren die hohe Anerkennung, die er weit über Österreich hinaus genoss.

Von besonderer Bedeutung ist jedoch nicht allein seine Karriere als Tänzer, sondern auch sein Wirken als Pädagoge und Kulturgestalter. Von 1985 bis 2001 leitete Michael Birkmeyer die Ballettschule der Österreichischen Bundestheater.
In dieser Funktion prägte er Generationen von Tänzerinnen und Tänzern und vermittelte nicht nur technische Exzellenz, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Kunst des Tanzes. Viele seiner Schülerinnen und Schüler sind heute selbst international erfolgreich.

Einen nachhaltigen Beitrag leistete Birkmeyer auch für Niederösterreich. Als Intendant des Festspielhauses St. Pölten von 2001 bis 2009 setzte er Akzente für die kulturelle Entwicklung des Landes. Mit Weitblick und internationalem Anspruch stärkte er die Position des Hauses als bedeutender Ort für Tanz.

Auch außerhalb der großen Bühnen blieb er als Moderator, Darsteller und Kulturvermittler ein engagierter Botschafter des Tanzes.

Michael Birkmeyers Lebenswerk steht für die Verbindung von Tradition und Erneuerung, von künstlerischer Exzellenz und Weitergabe von Wissen. Als Tänzer, Pädagoge und Kulturmanager hat er die österreichische Tanzlandschaft über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt und weit über die Grenzen des Landes hinaus Wirkung entfaltet.

Mit dem Kulturpreis des Landes Niederösterreich für Tanz und Performance wird eine Persönlichkeit geehrt, deren Wirken beispielhaft für Hingabe, Qualität und kulturelle Verantwortung steht. Michael Birkmeyer hat den Tanz als lebendige Kunstform entscheidend mitgestaltet.

MICHAEL KROPF

Diese Textpassage stammt aus der Kulturpreis-Broschüre von 2026