Toni Kurz

Sonderpreis
Grenzüberschreitende Projekte und Initiativen

Laudatio aus Kunštát in Mähren

Unweit von Horn lebt ein Mann. Stämmig, sprühend, laut. Immer viele Menschen um ihn herum. Er ist neugierig, er interessiert sich und kommt mit Vorschlägen. Wer ihn nicht kennt, brummt bestimmt: „Träume, Träume, gold’nes Wenn“ … um dann zu staunen. Denn der Mann ist kein Fanfaron. Er ist sachlich. Er verspricht. Und erfüllt! (Seltene Begabung.) Er liebt komplizierte Ausstellungen. Und er vollbringt sie. Er liebt schöne Drucke. Und hat Hunderte verwirklicht. Er macht gern Freude. Zu Hause oder anderswo: keine Unterschiede, keine Grenzen. Er liebt Experimente und gibt ihnen Platz. Er lacht gern und lässt keinen Witz faulenzen. Der Mann heißt Toni Kurz. Er ist ein Saunamensch. Er hebt das Glas mit Sturm (tschechisch burčák). Ich auch. Ich hab für ihn ein Horn-Gedicht geschrieben. Hier ist es:
„Ludvík Kundera
HORN-AKRO STICHA
Hornbrille, Hörner, Hormon, Ahorn, oH! Offenbar nur im Waldviertel, nicht anderswo Reim: ja. Spontan und eigentümlich. RaR! Nun, bläst, Hornisten! Hornarbeit fängt aN! Hier urkein Hornberg, Hornochsen weit weg (im StroH?). Orchester-Buch: und dazu Künste – zwei, nicht zwO! Rokoko – Widder hornen – Richtung LabradoR. Nebenbei eben: der Räuber Grasel wohnt danebeN. Heute und heuer, hier und da. Kommt, oh, hurraH! Offene Hornizonte rufen: HorridO! Runenhaft Künste, olfaktorisch dröhnt das R. Nun, schwebt, Hornissen! Hornfreude fängt aN!“

Diese Textpassage stammt aus der Kulturpreis-Broschüre von 2001