Ein Schirmherr für zeitgenössische Musik
„Als ich 20 Jahre alt war und mir Platten gekauft habe, bin ich damit nach Hause gegangen, als würde ich einen Schatz tragen“, sagte Gottfried Zawichowski einst während eines Interviews. Und ebendiese Ehrfurcht vor der Musik und Passion für die Musik zieht sich seitdem durch Zawichowskis Leben und Schaffen.
So ist Gottfried Zawichowski Geschäftsführer der Musikfabrik Niederösterreich, Koordinator der Chorszene Niederösterreich, und er arbeitet freischaffend unter anderem als Chorleiter, Aufnahmeleiter sowie Produzent.
Selbstverständlich begleitet die Musik den gebürtigen Tullner seit ihrer frühesten Jugend: An der Musikschule seiner Heimatstadt wurde er sowohl in Violine als auch in Klavier unterrichtet. Später zog es den musikbegeisterten Personen nach Wien, wo er zum einen den Beruf des Tontechnikers im Rahmen eines Lehrgangs an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien erlernte und darüber hinaus an der gleichen Universität das Musikpädagogik-Studium abschloss. Ebenfalls absolvierte er ein Wirtschaftspädagogik-Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ein Studienaufenthalt brachte Gottfried Zawichowski an die Königliche Musikhochschule Stockholm, wo er mit den Chorleitern Robert Sund und Eric Ericson arbeiteten. Zu guter Letzt schloss er an der Universität Wien ein weiteres Studium ab, das der Musikwissenschaften.
Besonders am Herzen liegen ihm die zeitgenössische Musik sowie die Chormusik. Bereits als Zwanzigjähriger gründeten sie den „A Cappella Chor Tulln“, dem er seit 1983 als künstlerischer Leiter vorsteht. Bei seinem Studienaufenthalt in Schweden knüpfte er Kontakte zur Chormusikszene in Skandinavien. Zehn Jahre lang war er als Mitglied des Arnold Schönberg Chores Wien tätig; Engagements innerhalb weiterer Ensembles im In- und Ausland – als Chorsänger wie auch als Chorleiter – runden sein künstlerisches Schaffen ab.
Seit 2005 ist er Koordinator der Chorszene Niederösterreich. Als Mitinitiator der Musikfabrik Niederösterreich und seit 1996 auch als deren Geschäftsführer hat Gottfried Zawichowski die niederösterreichische Musiklandschaft nachhaltig geprägt und eine für das Bundesland wichtige Initiative zur Förderung gegenwärtiger Musik geschaffen, welche sich in einer Vielzahl unterschiedlichster Aktivitäten niederschlägt. So wurden innerhalb des Förderprogramms „Musik aktuell – Neue Musik in Niederösterreich“ bisher an die 1500 Konzerte unterschiedlichster Genres gegenwärtiger Musik unterstützt.
„Musizieren, aber auch Produzieren“: Das Tätigkeitsfeld der Musikfabrik Niederösterreich ist weitläufig und reicht – neben Konzertveranstaltungen – von Seminaren über CD-Produktionen bis hin zu Schulprojekten. „Wir vermitteln, aber wir lassen die Menschen vor Ort wirken, denn daraus speist sich ihr Engagement“, so Zawichowski. Als Organisator und Lehrender verbrachte er in Summe etwa zwei Lebensjahre auf Kursen, Seminaren und Workshops, welche er teils selbst initiierte.
Gottfried Zawichowski verfolgte eine jahrzehntelange Tätigkeit für den ORF: Als Fernsehredakteur war er für 100 Sendungen des ORF-Kinderfernsehens „Ich & Du“ verantwortlich, als Aufnahmeleiter für Ö1 nahm er rund 2000 Einzeltitel auf und gestaltete für den ORF NÖ bisher hunderte Radiosendungen und moderierten sie. Als freischaffender Aufnahmeleiter produzierte er mehr als 100 CDs, auch für den internationalen Markt.
Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Donau-Universität Krems und war von 2013 bis 2018 Mitglied des Musikbeirats der Abteilung Kunst und Kultur des Österreichischen Bundeskanzleramts. Zu seinen Ehrenämtern zählen die Leitung der Tullner Geschäftsstelle der Jeunesses Musicales / Musikalischen Jugend Österreichs sowie die Mitgliedschaft im Niederösterreichischen Kultursenat.
Der Würdigungspreis der Kulturpreise des Landes Niederösterreich in der Sparte Musik schließt an eine Reihe von Auszeichnungen Gottfried Zawichowskis an, so etwa an das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich sowie das Bundes-Ehrenzeichen der Republik Österreich.
